110mm Brushed Micro FPV Quadcopter – Der Bau

Es gibt nichts Schöneres, als wenn der Postbote das lang ersehnte Paket endlich vorbei bringt. Noch dazu wenn, es der Vortag vor Allerheiligen ist und man am Vorabend bzw. am Feiertag genug Zeit zum Basteln hat.

Eines gleich vorweg: das ist das erste Mal, dass ich einen solchen Quadcopter gebaut habe. Ich hatte mir im Vorfeld gefühlte 100 Build-Videos auf Youtube angesehen, diverse Anleitungen zum Einstellen des Flight Controllers gelesen und einige Stunden in den verfügbaren Simulatoren verbracht – fühlte mich also ausreichend fit für den Bau und den Erstflug. Ich fliege und Baue RC Modelle seit meiner Kindheit. Der Bau an sich, das Löten etc. stellt absolut kein Problem dar, vielmehr verwirrte mich das Board-Layout und die ganzen Anschlüsse ein wenig.

Die einzelnen Bauteile für diesen Build findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Erst mal alles ausgepackt und die Komponenten auf der Kücheninsel verteilt. Die Bestellung war komplett, nichts kaputt oder beschädigt. Banggood hatte beim Verpacken gute Arbeit geleistet.

Es ist Halloween, meine Freundin ist mit ihrem Kostüm beschäftigt – der perfekte Zeitpunkt für mich, um in den Bastelkeller zu verschwinden.

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Der Zusammenbau des Frames war mehr als einfach, drei Standoffs und sechs Schrauben. Man erhält sogar einen Standoff inkl. zwei Schrauben als Ersatzteile. Die Bodenplatte des Frames hat eine Stärke von 1,5mm und erscheint mir ausreichend stabil für ein Quad dieser Größenordnung.

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Das bei Banggood angegebene Gewicht kommt ziemlich genau hin, das Framekit inkl. Ersatzteile wiegt 7,6 Gramm.

Vor Einbau des Flight Controllers hatte ich diesen bereits an mein Macbook angeschlossen und im Cleanflight Configurator seine Funktion getestet. Sah alles soweit gut aus, das Gyroskop funktionierte, die aktuelle Cleanflight Version war bereits installiert.

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Der erste Bauabschnitt bsteht aus dem Anbringen des Flight Controllers mittels doppelseitigem Klebeband und das Anlöten des Akkusteckers samt Kabel. Hier sollte man unbedingt auf die richtige Ausrichtung des Boards achten, die Pfeile sollten dabei in Flugrichtung zeigen. Lässt der Frame die korrekte Montage des Boards nicht zu, so kann man ihn auch anders montieren und die Ausrichtung in der Software korrigieren.

Wichtig beim verwendeten MI110 Frame: der hintere Standoff sitzt mittig und blockiert den Micro-USB Port, wenn man den Flight Controller mittig am Frame montiert. Für mich kein großes Problem, ich schraube den hinteren Standoff nun jedes mal ab, bevor ich das USB Kabel einstecke. Eventuell lässt sich auch ein schmalerer Micro-USB Stecker ausfindig machen.

Der nächste Schritt ist das Montieren der Motoren und das Kürzen und Anlöten der Kabel. Dieser Artikel von Micro Motor Warehouse war dabei sehr nützlich, da ich zuerst nicht recht wusste, welches Kabel wohin musste.

Motor 1: im Uhrzeigersinn (CW)
Rot: (+) Plus, Blau: (-) Minus

Motor 2: gegen den Uhrzeigersinn (CCW)
Weiß: (+) Plus, Schwarz: (-) Minus

Motor 3: im Uhrzeigersinn (CW)
Rot: (+) Plus, Blau: (-) Minus

Motor 4: gegen den Uhrzeigersinn (CCW)
Weiß: (+) Plus, Schwarz: (-) Minus

Fehlen nur noch der Empfänger und die AIO-Kamera.

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Foto aus einem späteren Bauabschnitt. Zu sehen sind das angelötete Satellitenkabel und der Satellit selbst

Als Empfänger verwende ich einen Spektrum Satelliten, kein Original wohl gemerkt. Da meine kleinen Spektrum Empfänger allesamt keinen Satelliten binden können und ich nicht extra einen Receiver anschaffen wollten, habe ich mich für den günstigen 8€ Klon von Banggood entschieden. Dieser lässt sich mit Hilfe eines eigenen Bind-Buttons mit dem Sender koppeln. Zusätzlich kann ich mit diesem auch das DSMX Protokoll verwenden.

Das Anlöten des Satellitenkabels erwies sich als durchaus nervenaufreibend, da ich die Kabel so schön wie möglich verlöten wollte. Leider sind die Kabel etwas zu dick für die Lötlöcher in der Platine und ich konnte sie nur auf der Oberseite anlöten.

Den Satelliten hatte ich anschließend mittels doppelseitigem Klebeband (hatte leider nur weißes da) an der Unterseite der Top-Plate montiert. Zuerst wollte ich den Satellit ohne sein Gehäuse verbauen, um Gewicht zu sparen, jedoch hatte ich Angst um die filigranen Empfängerkabel.

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Der Satellit wiegt inkl. Gehäuse 3,4 Gramm, ohne Gehäuse 1,55 Gramm. Zwar zählt bei so einem kleinen Quad jedes Gramm, mir war aber schlussendlich die Stabilität wichtiger.

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Letzter Schritt, die Montage der AIO Kamera. Als Kamera verwende ich eine FX798T, welche ich auf den 5V Anschluss von UART1 gelötet hatte. Funktioniert einwandfrei. Die Kamera wurde mit einfachem doppelseitigem Klebeband befestigt, sodass sie sich bei einem etwas härteren Crash selbst lösen kann.

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Top-Plate drauf, Propeller dran und fertig. Der Akku findet an der Unterseite Platz und wird mit einem Gummiband/Gummiring an den dafür vorgesehen Haken an der Bottom-Plate eingehängt. Ich habe später dann noch ein Stück Moosgummi zwischen Akku und Frame angebracht, damit der Akku nicht auch den Köpfen der Nylonschrauben aufliegt.

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Bau. Für’s erste Mal absolut OK. Jetzt fehlen nur noch die nötigen Anpassungen in der Software, dann geht’s ab zum Erstflug.

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Abfluggewicht (AUW / All-Up Weight) liegt bei 57,70 Gramm inkl. Akku. Im Foto oben habe ich leider den hinteren Standoff vergessen, habe aber später noch einmal nachgemessen.

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