DIY Verdunklungssystem für Autofenster

Author Avatar jreitter am 02.06.2021

Mit dem Umstieg von meinem Kia Rio auf den VW Touran war von Anfang an eines klar: der Touran wird ein Mini-Camper. Und was benötigt so ein Mini-Camper neben einem ausgeklügelten Bettsystem noch so alles? Fenstercover, korrekt!

Fenstercover, auch Thermocover genannt, helfen einerseits den Mini-Van beim Schlafen blickdicht zu halten und andererseits reflektieren sie Wäremstrahlen, damit sich der Van nicht ganz so stark aufheizen kann. Natürlich behalten sie auch die Wärme im Inneren etwas besser, geht doch viel Wärem durch die Fenster nach aussen.

Es gibt bei den Fensterverdunklungen im Grunde nur zwei Möglichkeiten.

Es werden ein paar Kommerzielle Systeme angeboten wie z.B. von VanEssa Mobilcamping oder Firmen wie Hi-Tech, jedoch muss man hier schon ordentlich in die Geldbörse langen. Wer einen etwas gänigeren Van oder Mini-Van hat, der kann sich auch bei Firmen wie Summit nach Alternativen umsehen, welche am günstigsten der Drei genannten sind.

Wer handwerklich nur annähernd geschickt ist, der kann auf die durchaus günstigere Möglichkeit Nummer Zwei zurückreifen: DIY

Also dann … let’s Bastel!

Die Materialsuche beginnt …

Ich hab mir einige DIY Videos zu diesem Thema auf Youtube angesehen und man hat bei der Auswahl des Ausgangsmaterials die Qual der Wahl.

Es gibt sogenannte DIY-Kits von Reimo, bei denen man die selben Materialien erhält, wie sie auch die kommerziellen Anbieter verwenden, jedoch muss man die Kunst des Nähens beherrschen, vorallem aber das Absäumen. Da ich weder eine Nähmaschine besitze noch wahnsinnig gut Nähen kann, fällt diese Optien schon mal flach.

Ohne Nähen wär’s natürlich nett. Alu-Lufpolsterfolie vielleicht?

In Onlineshops findet man diverse Alu-Luftpolsterfolien in verschiedenen Stärken, die man im Grunde nur zuschneiden muss. Die Ränder kann man entweder unbehandelt lassen oder mit Klebeband absäumen. Die Luftpolsterfolien sind eine der beliebtesten Materialien für diese Art von Fenstercover.

Die Folie schneidet man entweder so passgenau zu, dass sie ohne zusätliches Befestigungsmaterial im Fensterrahmen hält, oder man verwendet verschraubbare Saugnäpfe, die man an der Folie anbringt. Zusätlich kann man die Löcher im Material mit Ösen verstärken, damit die Folie nicht ausfransen oder einreissen kann.

Alternativ kann man im Grunde alles verwenden, was eine Alu- oder reflektierende Beschichtung hat und halbwegs formstabil ist. Auch Isomatten mit Alu-Beschichtung kann man in Betracht ziehen, wenn die Fenster nicht höher als 50cm sind.

Der Kellerfund

Beim durchstöbern meines Kellers bin ich dann auf die ideale und vorallem “kostenlose” Lösung gestoßen: eine alte Auto-Hageldecke.

Die Hageldecke stammt noch von meinem alten Suzuki SX4 und liegt seit Jahren mehr oder weniger unbemerkt im Keller rum.

Entfernt man den Stoff an den Seiten, so erhält man eine ausreichend große Fläche an foliertem Schaumstoff, der etwa 5mm dick ist. Der Schaumstoff ist formstabil, lässt sich leicht mit einer Schere schneiden und passgenau an das Fenster anpassen (mehr dazu später). Im Fall der Fälle können auch die oben genannten Saugnäpfe montiert werden.

Meine Decke reichte für alle Fenster meines Tourans mit Ausnahme der Windschutzscheibe. Die Windschutzscheibe verdecken wir später aber dann mit einer anderen Lösung.

Fensterschablonen herstellen

In einem YT Video von Lens of James bin ich auf eine einfache Methode mit Papierblättern gestoßen, mit denen man eine Schablone eines jeden Fensters herstellen kann.

Im Grunde nimmt man dazu einzelne Papierblätter, in meinem Fall DIN A4 und steckt sie “in” das Fenster bzw. den Fensterrahmen und verklebt sie mit Klebeband miteinander. Zum Schluss zeichnet man die Kontur mit einem Stift nach und schneidet sie aus.

Schauen wir uns das Ganze in den folgenden Fotos genauer an:

DIN A4 Kopierpapier und Tixo
Papier wird einfach ins Fenster gesteckt und verklebt
Ein paar mal mit dem Stift anzeichnen …
… und fertig ist die Schablone. Nun einfach der Linie entlang ausschneiden …
… und auf dem Schaumstoff abpausen und anschließend mit der Schere ausschneiden.

Die Schablonen müssen nur für je eine Fahrzeugseite hergestellt werden. Für die gegenüberliegende Seite kann man die Schablonen einfach umdrehen und dann aufzeichnen. Im Idealfall markiert man sich die Seite, die man schon abgepaust hat mit einem Stift, damit man nicht aus Versehen zwei idente Teile herstellt (ist mir so passiert).

Die Cover einpassen

Nachdem alle Teile ausgeschnitten wurden, sollte man jedes einzelne Teil noch eitwas an das Fenster anpassen. Ein absolut perfekter Sitzt ist nämlich meistens nicht ohne weiteres möglich. Dazu einfach die Cover ins Fenster einpassen und überstehende oder zu lange Teile mit der Schere kürzen.

Finale

Die fertig eingepassen Fenster-Cover
Die Heckscheibe konnte aus einem Stück gefertigt werden

Sonderfall: Windschutzscheibe

Für die Windschutzscheibe reichte mein Material nicht aus, hatte ich mich ja einmal verschnitten und ein Stück falsch zugeschnitten. Zum Glück gibt es eine Flut an Frontscheibenabdeckungen als Alternative zu den Covern im Inneren. Somit sparen wir uns auch das Erstellen einer Schablone, die an der Frotnscheibe sehr umständlich herzustellen gewesen wäre.

Natürlich ist diese Lösung nicht ganz so elegant wie die anderen Abdeckungen und kann natürlich von außen entfernt oder hochgehoben werden, aber oft hat man so eine Abdeckung eh schon irgendwo rumliegen und spart sich dadurch einiges an Bastelarbeit.

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