Wie ich zum RC-Modellflug kam

Ein Tamiya Mad Bull Buggy war meine Einstiegsdroge in den RC-Modellbau. Damals noch mit 540er Bürstenmotor und mechanischem Fahrtenregler, so etwas kann sich heute kaum einer mehr vorstellen. Wie alt ich damals war, fällt mir beim besten Willen nicht mehr ein. Vermutlich war ich damals gerade in der Volksschule (Der Mad Bull kam 1997 auf den Markt, da war ich also 9 Jahre alt).

Durch das Steuern meines Mad Bulls in der Nachbarschaft bin ich immer mehr mit meinem Großcousin in Kontakt gekommen, der damals ebenfalls ein begeisterter RC-Pilot und Bastler war.

madbull
Foto: tamico.de

Auf den Mad Bull folgten weitere Auto- und Bootsmodelle, sowie eine Pistenraupe. Irgendwann hatte mein Großcousin auch ein riesiges Hovercraft gebaut, das wir mit mehreren Bleibatterien betrieben hatten. Routine ist aber langweilig und am Boden gab es für uns nicht mehr viel zu Entdecken, also wagten wir den Schritt in eine neue Richtung – und zwar in Richtung Himmel.

Das Internet war damals noch recht neu, erlaubte uns aber die Suche nach Gleichgesinnten und Informationen. Wir hatten damals eine 56k Leitung. Meine ersten Bestellungen bei der Firma Schweighofer hatte ich überigens per Telefon und Bestellliste getätigt. Soziale Netzwerke, Facebook? Fehlanzeige. Eines Tages stieß ich durch Zufall auf die Website eines Modellbauhändlers in der Nachbarortschaft, von dessen Existenz ich bis dato nichts wusste.

Mein Großcousin und ich hatten immer wieder Kontakt mit diesem Händler, welcher uns dann auch die Bauanleitung für unseren ersten Modellflieger gab – den Pibros. Der Pibros ist ein recht simpel  und günstig herzustellendes Delta-Modell (im Grunde ein fliegendes Dreieck) aus Depron (Trittschalldämmung aus Schaumstoff) und Balsa (leichtes Holz), welches über einen Delta-Mixer und zwei Servos gesteuert wird. Sein geringes Gewicht, seine Gutmütigkeit und seine Widerstandsfähigkeit waren ideal für zwei so blutige Anfänger wie uns.

pibros
Foto: skagmo.com

Anfangs hatten wir den Pribros per Gummiseil in den Himmel befördert, später folge dann auch eine Motorvariante. Damals gab es noch keine Brushless Motoren und LiPo Akkus. Wir mussten uns mit mit schwachen Bürstenmotoren und schweren NiCd Akkus zufrieden geben. Mit aktueller Technik hätten wir den Pibros vermutlich senkrecht in den Himmel schießen können, damals waren wir aber froh, wenn die Motorleistung für ein paar Höhenmeter ausreichte.

Wie es dann weiterging mag mir nicht mehr so recht einfallen. Durch den Modellflug hatte ich aber auch wieder engeren Kontakt zu Schulfreunden gefunden, die heute immer noch zu meinem engsten Freundeskreis zählen.

Mit der Pubertät kamen dann aber noch weitere, ebenfalls zeitintensive und kostspielige Hobbys hinzu, die den Modellflug immer weiter zurückgedrängten. Einerseits fehlte mir in meinen jungen Jahren oft das nötige Kleingeld, andererseits die nötige Zeit oder auch die Motivation. Komplett verschwunden ist der Modellflug aus meinem Leben aber nie, immer wieder hatte ich mir neue Modelle besorgt und in die Luft befördert.

Heute, knapp 19 Jahre nach meinem ersten geleerten NiCd-Akku, flammt diese alte Leidenschaft dank eines neuen Hypes wieder auf. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogeintrag.

Kommentar

Zu diesem Beitrag wurde noch kein Kommentar verfasst.

Schreibe einen Kommentar